Direkt zum Inhalt

Michael Schmidt und Katharina Schmid zum letzten Mal in Willingen

Erstellt von: Presseteam

Textbereich

Katharina Schmid, die sich noch unter ihrem Mädchennamen Althaus 2023 in die Siegerliste der Mühlenkopfschanze eingetragen hat, wird beim Willinger Weltcup vom 29. Januar bis 1. Februar zum letzten Mal im Waldecker Upland am Start sein. Sie ist derzeit auf Abschiedstournee und hat ihr Karriereende zum Saisonende angekündigt.

Auch Michael Schmidt (58), der Chef der Vorspringer aus Neuenrade, ist derzeit auf Abschiedstournee. Mit zehn Jahren war er das erste Mal an einer Sprungschanze. Heute blickt der Logistik-Unternehmer auf 29 Teilnahmen an der Vierschanzentournee zurück und ist mit seinen "stillen Helden" seit der Weltcup-Premiere 1995 in Willingen am Start.

Schmidt hat viel erlebt. Willingen wird sein letztes Weltcupspringen in Deutschland sein - sein letztes vor der eigenen Haustür. "Willingen ist etwas Besonderes für mich, nicht nur, weil es sozusagen mein Heimwettkampf ist", gerät er ins Schwärmen. "Das ganze Drumherum, die Stimmung - das ist einfach gigantisch." Von Wehmut keine Spur, obwohl mit dem Saisonfinale in Planica bald Schluss ist. "Nein. Ich freue mich einfach schon wieder auf die Mühlenkopfschanze. So wie jedes Jahr."

Zu den "Free Willis" hat Michael Schmidt einen besonderen Draht. Mit den Lastwagen seiner Firma ist er in der Vergangenheit immer wieder eingesprungen, wenn der Winter einmal wieder ausgeblieben war und Schnee aus allen Himmelsrichtungen herangeschafft werden musste - aus dem Schwarzwald, aus Gelsenkirchen oder Neuss und sogar aus der Fischfabrik in Bremerhaven. Ein Anruf genügte, und Michael Schmidt organisierte den Transport.

Rund 60 ehemalige, aber auch aufstrebende Skisprung-Talente betreut er in seinem Kader. Vom Weltcupsieger bis zum Hessenmeister sind Aktive aus mehreren Ländern dabei, die er für Einsätze in Falun, Zakopane, Sapporo, bei der Vierschanzentournee, in Klingenthal, Titisee-Neustadt und eben in Willingen organisiert. Vierfach-Olympiasieger Simon Ammann gehörte ebenso wie der spätere Tour-de-France-Sieger und frühere Skispringer Primož Roglič schon zu dieser Truppe.

Mit seiner Fahne winkt Schmidt seine Springer ab, wenn die Technischen Delegierten der FIS vor Wettkampfbeginn die frisch präparierten Schanzen auf ihre Tauglichkeit testen oder wenn sich bei Wind und Wetter die Verhältnisse drastisch verändert haben und Spur sowie Windkorridor überprüft werden müssen. Schmidts "stille Helden" fungieren dabei als Testpiloten für die Weltelite - auch im Continental Cup und in der Nordischen Kombination. Wenn die große Skisprung-Familie beim Weltcup-Finale in Planica eine hoffentlich ohne größere Unfälle verlaufene Saison feiert, tischen alle Nationen Gegrilltes oder auch Sushi (wie die Japaner) auf. Schmidts Leberkäs-Semmeln sind dabei besonders beliebt, etwa bei Dauerbrenner Noriaki Kasai, der sich damit Jahr für Jahr mit Schmidt fotografieren ließ.

Der Bauernsohn aus dem Sauerland schaffte es mit seinen Skispringern sogar auf den roten Teppich der Filmbranche. Für den Hollywood-Streifen über "Eddie the Eagle" mit Golden-Globe-Gewinner Hugh Jackman und der deutschen Filmlegende Iris Berben doubelten seine Jungs auf den Schanzen in Oberstdorf und Seefeld die Sprünge für die Schauspieler. Sie waren auch bei den Dreharbeiten im Studio Babelsberg dabei und wurden zur Premiere auf den roten Teppich nach München eingeladen. Für einen internen Erinnerungsfilm an dieses großartige Erlebnis drehten Schmidt und seine Akteure später auch an der Mühlenkopfschanze und im Sauerland.

"To the coach" signierte Jackman ein Erinnerungsfoto für Schmidt, der unendlich dankbar für alles ist, was er erleben durfte. Filmproduzent Matthew Vaughn überzeugte sich gemeinsam mit seiner Frau Claudia persönlich bei den Dreharbeiten von der Leistung der jungen Sportler. "Ich dachte: hübsches Gesicht, aber O-Beine", urteilte der Coach über die Ehefrau des Filmemachers. Als sich herausstellte, dass es sich dabei um das deutsche Topmodel mit dem Mädchennamen Schiffer handelte, "lagen alle meine Jungs unter dem Tisch".

Die Stimmung bei den Vorspringern ist immer wieder klasse - nach getaner Arbeit ebenso wie in den Trainingskursen, die Schmidt im Auftrag des Deutschen Ski-Verbands organisiert. In Zukunft will er sich wieder verstärkt um den Springernachwuchs im Sauerland kümmern, dort, wo alles begonnen hat. Foto: Kevin Voigt
 

Container