Mühlenkopfliner feierlich eröffnet - Start eines neuen Kapitels für den Erlebnisstandort rund um die Schanze
Erstellt von: Friederike Weiler
Nach intensiver Planungs- und Bauphase war es endlich so weit: Der Mühlenkopfliner direkt neben der Mühlenkopfschanze ist offiziell eingeweiht und eröffnet worden. Im Beisein zahlreicher Gäste aus Politik, Tourismus, Wirtschaft und Vereinsleben übernahm Regierungspräsident Mark Weinmeister die Rolle des Taufpaten. Die erste offizielle Fahrt markierte anschließend den Start eines neuen Kapitels für den Erlebnisstandort rund um die Mühlenkopfschanze.
Mit 6,5 Millionen Euro ist der Mühlenkopfliner die größte Investition in der Geschichte des Ski-Clubs Willingen. Der SCW war Bauherr der neuen Anlage, nachdem die bisherige Standseilbahn von der Gemeinde Willingen gepachtet worden war. „Nach gut elf Monaten Bauzeit ist uns eine Punktlandung gelungen“, sagte Jürgen Hensel, einer der Präsidenten des SCW. Schließlich war der Ferienbeginn in Hessen als Ziel für die Fertigstellung ausgegeben worden.
Die alte Standseilbahn war in die Jahre gekommen. „Hohe Ausfallzeiten und fehlende Ersatzteile zwangen uns zum Handeln“, blickte Hensel zurück. Zugleich war durch die Eröffnung des nahegelegenen Skywalks der Bedarf an einem schnellen und komfortablen Weg nach oben deutlich gestiegen. Die neue Kabine fasst nun bis zu 50 Fahrgäste statt zuvor 20 und bringt sie in rund 3,5 Minuten auf den Berg.
Der neue Schrägaufzug solle gegenüber der alten Standseilbahn „mehr Förderleistung, mehr Komfort und einen Betrieb auf dem neuesten Stand der Technik, einschließlich automatisierter Abläufe“ bieten, erklärte Stefan Huter von der österreichischen Firma ABS-Transportbahnen, die bereits für die Vorgängeranlage verantwortlich gewesen war. Er zeigte sich froh, dass dies gelungen sei, und überreichte als Zeichen für „Heimatverbundenheit, alpine Kultur und Natur“ eine Kuhglocke. Daniel Mangold vom Ingenieurbüro Melzer & Hopfer, das mit der Planung des Schrägaufzugs beauftragt war, sagte, dass er nahezu täglich mit jemandem vom Ski-Club in Kontakt gestanden habe: „Das Ergebnis lässt sich sehen – Glück auf und viele Fahrten!“
In seiner Taufrede betonte Regierungspräsident Mark Weinmeister die große Bedeutung des Projekts für die Region: „Der Mühlenkopfliner ist weit mehr als ein bloßes Transportmittel zu den touristischen Highlights in Willingen – er ist selbst ein beeindruckendes Highlight und ein Wunderwerk der Technik dazu. Der Neubau ist nicht nur ein Hingucker und wesentlich leistungsstärker als die alte Standseilbahn, sondern dabei auch umweltschonend, energieeffizient und barrierefrei“, sagte Weinmeister. Er ergänzte: „Dieses zukunftsweisende Projekt stärkt den Wintersportstandort Willingen ebenso wie den Tourismus in der gesamten Region und schafft beste Voraussetzungen für Besucherinnen und Besucher zu jeder Jahreszeit. Ich bin von der Umsetzung dieses herausragenden Vorhabens sehr beeindruckt und gratuliere allen Verantwortlichen herzlich zu diesem großen Erfolg. Gerne habe ich die Patenschaft übernommen und freue mich schon sehr auf die erste Fahrt mit dem neuen Mühlenkopfliner.“
Weinmeister lobte zudem die Innovationskraft der Gemeinde und des Ski-Clubs Willingen: „Man kommt nach Willingen und man hat wieder etwas Neues.“ Selten gebe es Gemeinden, die so innovativ aufträten. Von der neuen Anlage profitierten nicht nur die Skispringerinnen und Skispringer, die schneller und bequemer zum Anlauf gelangen, sondern auch die Gäste des Skywalks – denn wer sich schon auf die Hängebrücke traue, müsse nicht auch noch den Hang hinaufsteigen.
Auch Kultusminister Armin Schwarz würdigte das Projekt im Namen der hessischen Landesregierung. Der Bau des Mühlenkopfliners sei nicht nur eine Frage des Sports, sondern auch des Tourismus und der Wirtschaftsförderung. Voll des Lobes zeigte er sich für die Upländer, die mit Ehrenamtlichen „Weltereignisse“ stemmten: „Die Willinger und der Ski-Club stehen für etwas: Und zwar für Zukunft, Gestaltung und ,einfach mal machen‘.“
Für den Gemeindevorstand, das Parlament und Bürgermeister Thomas Trachte überbrachte Beigeordneter Arndt Brüne die Grüße der Gemeinde. Willingen sei als kleiner Ort bekannt für touristische Innovation, Gastfreundschaft und Mut. Genau das spiegele sich auch in den Vereinen wider – und werde mit Projekten wie dem Mühlenkopfliner eindrucksvoll sichtbar.
Der neue Schrägaufzug ist ein zentraler Baustein in der Weiterentwicklung des Mühlenkopfs zu einer ganzjährigen Erlebnisdestination. Auf einer Strecke von rund 295 Metern überwindet die Anlage 128 Höhenmeter und verbindet die Talstation komfortabel mit Mühlenkopfschanze, Skywalk und den Wanderwegen rund um den Ettelsberg. Breite Zugänge, großzügige Kabinen und eine Klimaanlage sorgen für zusätzlichen Komfort. Auch Familien mit Kinderwagen sowie Menschen mit eingeschränkter Mobilität können den Mühlenkopf nun bequem erreichen.
Auch in Sachen Nachhaltigkeit setzt die Anlage Akzente. Der Mühlenkopfliner wird elektrisch betrieben und ist energieeffizient ausgelegt. Eine Photovoltaikanlage an der Bergstation liefert in der Spitze 22,5 Kilowatt. Zusätzlich kann durch Energierückgewinnung bei der Talfahrt eine Leistung von bis zu 50 Kilowatt ins Stromnetz eingespeist werden. Im Zuge des Projekts wurde zudem die gesamte Energieversorgung vor Ort erneuert und an die neuen Anforderungen angepasst.
Die Bauphase stellte alle Beteiligten vor besondere Herausforderungen. Enge Zeitpläne, notwendige Anpassungen während der Planung und die Sicherstellung des Winterbetriebs erforderten ein hohes Maß an Flexibilität. Hinzu kam, dass am Mühlenkopf das ganze Jahr über Vorbereitungen für das Skispringen laufen. „Denn nach dem Weltcup ist vor dem Weltcup“, betonte Hensel. Dass die Standseilbahn beim Weltcup im Winter nicht zur Verfügung stand, wurde durch Shuttles kompensiert. Insgesamt 41 Firmen aus der Region waren am Bau beteiligt – ein entscheidender Vorteil, wie sich durch kurze Wege und enge Abstimmungen zeigte.
Mit dem Mühlenkopfliner wächst der Erlebnisraum Mühlenkopf weiter zusammen und bietet ein vielseitiges Ausflugsziel für alle Generationen. Die feierliche Einweihung markiert einen weiteren Meilenstein auf dem Weg, den Mühlenkopf als besonderen Ort zu etablieren, an dem Abenteuer, Natur und Entspannung nahtlos ineinandergreifen – ganz im Sinne des Mottos: „Mühlenkopf: Mehr erleben. Mehr sehen. Mehr staunen.“