Interview mit Marita Kramer
24.November 2021

Interview mit Marita Kramer

24
November
Erstellt von Presseteam SCW
Kategorie: Skispringen, FIS World Cup 2021/22
2021
24 .November 2021
Kategorie: Skispringen, FIS World Cup 2021/22
Erstellt von Presseteam SCW

Marita Kramer: „Wir reden auch niederländisch“

Die „fliegende Holländerin“ Marita Kramer freut sich auf Willingen, ist schon sehr gespannt auf das Sauerland und hofft auf möglichst viele Fans aus ihrer Geburtsstadt Apeldoorn

 

° Marita, Ende Januar starten die weltbesten Skispringerinnen erstmals auf der größten Großschanze der Welt (HS 147) in Willingen. Das ist schon Vorfreude auf kommende, mögliche Skifliegen, oder?“

Marita Kramer: „Ich freue mich sehr auf Willingen. Die Schanze sieht sehr cool aus, allein schon wegen ihrer Größe. Natürlich kann man auf so einer Schanze schon mal weite Flüge vorkosten :)

 

° Willingen erwartet viele Fans aus deiner Heimat, den Niederlanden, und speziell auch aus deiner Geburtsstadt Apeldoorn an der Schanze im Sauerland, den wie sie es nennen `holländischen Alpen`. Wie groß ist die Vorfreude bei dir speziell auf diesen Weltcup?

Kramer: „Hoffentlich kommen ganz viele Zuschauer aus meiner „Heimat“. Ich würde mich jedenfalls sehr darüber freuen, niederländische Fans anzutreffen. Die Anreise von Apeldoorn bzw. der Niederlande nach Willingen ist es nämlich wirklich nicht weit.“

 

° Die weltbesten Skispringer schwärmen allesamt von der tollen Atmosphäre in Willingen. Was haben dir deine ÖSV-Kollegen davon erzählt?

Kramer: „Ich habe bis jetzt nur Positives gehört, somit ist die Vorfreude riesig. Das erste was man hört, wenn es um Willingen geht: Es ist eine große< Schanze und grundsätzlich liegen mir Großschanzen.“

 

° Du sollst auch einmal überlegt haben, für Holland zu starten, wo Schanzenspringen nicht sehr populär und der höchste Berg gerade einmal 332 m hoch ist?

Kramer: „Ja, ich habe kurz überlegt für die Niederlande zu starten, jedoch ist Skispringen in den Niederlanden überhaupt nicht bekannt und die Möglichkeiten zu trainieren halten sich auch in Grenzen. Somit hat sich diese Überlegung schnell wieder erübrigt. Außerdem hat mich Österreich von klein auf unterstützt - ohne diese Möglichkeiten wäre ich nicht auf dem heutigen Niveau. Das schätze ich sehr und werde deshalb immer für Österreich an den Start gehen. Hoffentlich fiebern die Niederländer:innen trotzdem mit ;).“

 

° Bist du selbst schon einmal im Sauerland gewesen?

Kramer: „Ich selber bin noch nie in dieser Region gewesen. Allerdings waren
sehr viele meiner Bekannten schon im Raum Winterberg. Ich bin selbst schon
sehr gespannt auf die Gegend.“

 

° Wie viel Holland steckt noch in dir?

Kramer: „Da ich selber sieben Jahre in Holland gelebt habe, dort in die Schule gegangen bin und ein Großteil meiner Familie sowie Freunde noch dort leben, steckt noch ziemlich viel Holland in mir. Ich mag einfach die Mentalität und das Gesellige der Niederländer:innen sehr gerne. Außerdem reden wir zu Hause auch niederländisch, wobei es sich mittlerweile immer mehr mischt :).

 

° Welches ist deine bisher größte gestandene Weite?

Kramer: „ Mein weitester Flug war letzte Saison in Chaikovsky - 146,5m. Das war schon ein mega cooles Gefühl.“

 

° Und was hast du dir für die Olympische Saison vorgenommen?

Kramer: „Mein Ziel ist es dort anzusetzen, wo ich letzte Saison aufgehört habe und das weiter zu entwickeln. Das heurige Highlight - die Olympischen Spiele sind dabei das größte Ziel dieser Saison. Natürlich ist es nicht immer einfach und kein Erfolg ist garantiert. Trotzdem bin ich sehr zuversichtlich, dass wenn ich so weiter arbeite wie jetzt, ich mich sehr gut weiterentwickeln kann.“

 

° Du startest heuer als erste Frau mit dem rosa-Manner-Helm, einer ganz besonderen Wertschätzung neben Namen wie Stefan Kraft, Karl Geiger oder Dawid Kubacki.

Kramer: „Ja, ich bin sehr happy und dankbar, dass ich die erste Frau im Manner-Team bin. Kraft, Kubacki, Geiger sind große Namen in der Skisprungwelt, umso mehr ehrt und freut es mich auch ein Teil der Manner-Familie sein zu dürfen. Ich sehe es auch als Zeichen, dass Damenskispringen sich positiv weiter entwickelt. Hoffentlich geht das in den nächsten Jahren so weiter.“

 

°Eine ganz Region freut sich auf dich und wünscht dir viel Aufwind.

Kramer: „Danke, ich freue mich auch schon auf Willingen. Bis dann!“