Weltcup Splitter 09.01.2017
09.Januar 2017

Weltcup Splitter 09.01.2017

09
Januar
Erstellt von SC-Willingen
Kategorie: Weltcup-News
2017
09 .Januar 2017
Kategorie: Weltcup-News
Erstellt von SC-Willingen

Ganz Willingen kommt zum Kult-Weltcup an die Schanze
In Nordhessen drücken alle Stephan Leyhe die Daumen

Als Stephan Leyhe am 5. Januar mit seinen Springer-Kollegen auf seinen 25. Geburtstag angestoßen und eine Geburtstagstorte anschnitten hatte, gab es dazu gleich mehrere Gründe. Denn mit seinem achten Platz beim Neujahrsskispringen und der Aussicht auf den achten Rang in der Gesamtwertung der 65. Vierschanzentournee am Dreikönigstag in Bischofshofen hatte er gut lachen. In der Quali in Bischofshofen legte er mit 142 m und Platz drei noch einen drauf und schloss seine dritte Tournee am Ende nach Platz acht in der Tageswertung  auch mit Platz acht in der Gesamtwertung ab. Wer hätte das vor Wochen für möglich gehalten?

Und in Willingen, seiner nordhessischen Heimat, fiebern alle mit. „Der ganze Ort kommt zum Kult-Weltcup vom 27. bis 29. Januar an die Mühlenkopfschanze“, sagt Christine Hensel. Und die muss es wissen: Sie ist die Ticket-Managerin des örtlichen Ski-Clubs, und der Kartenvorverkauf boomt in diesem Winter fast so wie zu den Glanzzeiten von Martin Schmitt und Sven Hannawald. Die hat Leyhe als 11-jähriger Knirps beim Weltcup 2002 als „Schlaumeier“-Reporter für den Tigerenten-Club der ARD kommentieren und interviewen dürfen. Heute begleiten die beiden aus der ehemaligen Skispringer-„Boygroup“ ihn als Reporter bei Eurosport.

Daumen drücken für Stephan heißt es in der nordhessischen Gemeinde, die seit 1995 im Weltcup-Kalender steht und Kultstatus gewonnen hat, für alle Leyhe-Fans. "Hier schaut jeder, wenn der Stephan springt", berichtet Christine Hensel, die Ehefrau des Ski-Club Präsidenten und OK-Chefs Jürgen Hensel. Er ist ein echtes Zugpferd für den Ski-Club, so wie einst Petra und Jochen Behle. Die Leyhes wohnen im Ortsteil Schwalefeld „direkt um die Ecke von Jochen“, der nach aktiver Karriere und Bundestrainer-Amt jetzt Sportdirektor im Stützpunkt Willingen/Winterberg ist. Mit Nadine Horchler ist gerade auch eine Biathletin des Vereins in Oberhof im Weltcup unterwegs.

Damit der Boom beim Ski-Club anhält, hofft man in Willingen auf weitere Erfolge von Leyhe, der bei großen Events noch keinen Podest-Platz geschafft hat. „Wenn es ausgerechnet bei uns in Willingen der Fall sein sollte, spielen wir ihm zu Ehren das Waldecker Lied“, sagt der Präsident, denn im ehemaligen Fürstentum Waldeck hat man auch eine eigene Hymne. Das Hessen-Fernsehen hat ihn schon in seine Sendung „Heimspiel“ am Montag vor dem Weltcup in Willingen eingeladen.

Bundestrainer Werner Schuster traut Leyhe noch einiges zu.  "Er hat den nächsten Schritt in Richtung Weltelite gemacht", bescheinigte ihm der Chefcoach nach dem Neujahrsspringen. Nicht wie andere mit dem Fahrstuhl, sondern langsam aber sicher über die Treppe. Er selbst bleibt bescheiden, beschreibt seine Entwicklung noch als "Auf und Ab, aber mit ansteigender Tendenz. In Richtung Weltspitze habe ich noch Luft nach oben“. Seine Bodenständigkeit und ruhige, bescheidene Art bringt ihm viel Lob in der Springer-Szene ein.

Dass es mit dem gebürtigen Schwalefelder, der in Breitnau im Schwarzwald lebt und dort trainiert, stetig aufwärts geht, beweisen die nackten Zahlen: Nach Bischofshofen hat er mit 178 Zählern schon 70 Punkte mehr auf seinem Konto als vor einem Jahr, als er ausgerechnet „auf einer meiner Lieblingsschanzen“ nicht das Finale der besten 30 schaffte. Und 17.800 Schweizer Franken Preisgeld sind auch schon deutlich mehr als vor einem Jahr.

Und in Willingen stimmen sich die Leyhe-Fans bei den beiden folgenden Weltcups in Polen auf ihre Kult-Veranstaltung ein, für die die vielen „Free Willis“ (freiwilligen Helfer) schon seit Dezember im Einsatz sind und u.a. den benötigten Kunstschnee produziert haben, ehe es in diesen Tagen endlich auch vom Himmel schneite. Willingen ist gerüstet und fiebert mit Leyhe, dessen Vater Volker auch Skispringer gewesen ist und dessen Großmutter als Kunstturnererin bei der WM 1954 in Rom in einer überraschend aufgestellten gesamtdeutschen Mannschaft Sportgeschichte schrieb.

Kamil Stoch, der Gesamtsieger der 65. Tournee, stand in Willingen schon drei Mal in der Siegerliste, was auch die starke Ticketnachfrage aus Polen erklärt. Nach den Springen in Wisla und Zakopane geht der Weltcup in Willingen vom 27. Bis 29. Januar im „deutschen Zakopane“, was die Stimmung anbelangt, weiter.

Die Horchlers wieder zurück  im IBU-Cup

Nach ihrem Ausflug zum Weltcup in Oberhof starten Nadine und Karolin Horchler am Wochenende wieder im IBU-Cup am Arber. Dort sind die drei Russinnen Daria Virolaynen (296 Punkte), Ann Nikulina (273) du Victoria Slivko (256) bei den Rennen in Martell  an der bis dahin Führenden Willingerin und ihrer für Clausthal-Zellerfeld startenden Schwester vorbeigezogen. Nadine ist mit 243 Punkten Vierte, Karolin folgt mit 231 Zählern auf Rang sechs. Im Bayerischen Wald stehen ein 15-Kilometer-Einzelrennen und die Mixed-Staffeln auf dem Programm. Für den Ruhpoldinger Heim-Weltcup wurden Laura Dahlmeier, Miriam Gössner, Maren Hammerschmidt, Franziska Hildebrand, Vanessa Hinz und Franziska Preuß nominiert.

Kasper kommt nicht zum Weltcup

FIS-Präsident Gian Franco Kasper kommt nun doch nicht zum Willinger Weltcup. Er hatte beim Forum Nordicum in Lahti eine Einladung des Ski-Clubs angenommen, nachdem er schon mehrfach in Willingen zu gast gewesen ist.  Das einflussreiche Schweizer IOC-Mitglied begründete seine Absage mit den Vorbereitungen auf die Weltmeisterschaften in St. Moritz und Lahti, wünschte dem Ski-Club und dem OK aber viel Erfolg mit den Vorbereitungen und ein gutes Gelingen mit der Veranstaltung.